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Kamingespräch mit Dr. Rainer Esser

Mittwoch, 20. Januar 2016

Eine Ode an die Freude

Wann haben Sie zum letzten Mal Journalisten und Medienleute herzhaft lachen hören? So geschehen beim Kaminfeuergespräch des Vereins Schweizer Verlagsfachleute (VSV) in der Weinstube des Restaurants Razzia. Zu Gast war Rainer Esser, Geschäftsführer ZEIT Verlagsgruppe und Geschäftsführer DvH Medien GmbH, der von Kaspar Loeb journalistisch charmant befragt wurde. Esser hatte einst die grosse Chance, als angesehener Rechtsanwalt viel Geld und Prestige zu gewinnen und trotzdem entschied er sich Journalist und später Verlagsdirektor zu werden. Warum? Aus lauter Freude. "Die deutsche Strafprozessordnung war so unendlich langweilig, dass ich wusste, sowas halte ich nicht ein Leben lang aus." Als neugieriger Mensch wusste er, dass Journalismus und Medien viel mehr Abwechslung und Freude versprachen. Und am Ende des stündigen Gespräches war klar, seine Vermutung war richtig und er hat mehr Freude denn je an der Vielfalt der Medien und Meinungen.

Rainer Esser kann mit dem dauernden Gejammer über die abnehmende Qualität des Journalismus nichts anfangen. «Das frühere Informationsmonopol von Print und TV führte zu Innovationsträgheit,» kritisierte er. «Heute ist viel mehr Action und Qualität in den Medien und im Medienmanagement vorhanden.» Das war Balsam für die geschundenen Seelen der anwesenden Gäste aus Redaktionen und Verlagen. Noch viel besser wurde es, als Esser sagte, dass die ZEIT zwischen 2003 und 2013 ihren Umsatz mehr als verdoppelt hatte. Es gibt also noch Hoffnung - auch für Printmedien. Zwei Drittel des Erlöses bei der ZEIT stammen aus Anzeigen und Vertrieb und ein Drittel aus neuen Geschäftsfeldern.

Am Ende gab es für das Schweizer Publikum noch eine treffende Kurzanalyse der deutschen Parteienlandschaft und warum Journalisten eher links- als rechtslastig sind: Die Sozialdemokraten von der SPD sind Menschen, die daran glauben, dass man die Welt noch etwas verbessern kann. An diese Weltanschauung glauben auch viele Journalisten. In der CDU sind alles Pragmatiker. Die sagen, die Welt ist wie sie ist und wir schauen, dass wir so lange regieren können wie möglich.

In diesem Fall ist Rainer Esser die perfekte Mischung. Er ermöglicht durch seine erfolgreiche Arbeit guten Journalismus – um die Welt ein klein wenig besser zu machen – und gleichzeitig behält er die Zügel so lange wie möglich in den Händen. Denn die guten Resultate der ZEIT geben ihm Recht: Freude ist der beste Treiber für Erfolg.


Riccarda Mecklenburg

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